Green Design: 5 radikale Fragen für nachhaltige Designer:innen


Der Ruf nach klimafreundlichem Design wird immer lauter, dabei ist es viel mehr als eine plastikfreie Verpackung. Fünf wichtige Fragen zeigen, wie viel Impact durch Gestaltung möglich ist. 

Dauer der Übung: 30 Minuten – Das brauchst du: Stift + Checkliste 

Das liest du in diesem Guide:

☛ Wie Gestaltung wirklich positiven Impact schafft

Die 5 Fragen, die sich jede:r Designer:in zu Anfang stellen sollte

 Download: Kickoff-Checkliste für Green Designer

 

Kickoff: Warum eine Green Design-Checkliste wichtig ist

Wir sind große Fans von schönem Eco-Design, weil es unsere zwei Leidenschaften Nachhaltigkeit und Ästhetik verbindet. Als wir uns bei IMPACT IDEAS mit unserem eigenen Design beschäftigt haben, haben wir deshalb auf beides gleichermaßen Wert gelegt. Dabei waren wir jedoch bald überwältigt von all den Möglichkeiten – und auch unseren eigenen Ansprüchen. An einem Punkt haben wir deshalb gesagt: Zurück auf Null.

Weil uns dieser Schritt so viel gebracht hat, wollen wir ihn hier mit dir teilen. Inklusive einer Checkliste, die du für dein aktuelles oder nächstes Design-Projekt anwenden kannst. 

Viel Freude beim Lesen und Ausprobieren!

„Ich würde ja auch gerne komplett klimafreundlich und ökologisch designen. Aber ich habe das Gefühl, das ist für mein Projekt, gerade am Anfang, viel zu komplex und kostspielig.“

Das ist eines der häufigsten Argumente, warum Designer:innen und Gründer:innen auf herkömmliche Methoden setzen. Da wir es so oft hören, möchten wir hier darauf eingehen, warum eine Eco-Entscheidung gerade am Anfang wichtig ist und gar nichts damit zu tun hat, wie groß oder klein die Idee ist.

Nachhaltiges Design: Die richtigen Entscheidungen treffen, aber wie?

Anfang 2020 haben wir unseren Designprozess gestartet und schnell gemerkt, dass Eco nicht gleich Eco ist. Obwohl wir uns schon lange mit dem Thema beschäftigen, hat uns im konkreten Tun die Fülle an Optionen schier umgehauen. Und so mancher Kompromiss hat uns in ein emotionales Dilemma gebracht. Wir wollten alles richtig richtig machen, nicht den bequemen Weg gehen. Am Ende hat uns am meisten geholfen, den Blick weg vom Kleinklein auf das große Ganze zu richten und das war: Was wollen wir eigentlich wirklich erreichen?

Kurz zusammengefasst bedeutet das in unserem Fall: Wir wollen Menschen befähigen, ein sozial gerechtes und nachhaltiges Business aufzubauen, das gut für alle ist.

Wir gehen verschiedene Wege, um das zu erreichen. Einer sind unsere Impact Ideas Tools. Doch wie sollten diese designt sein, damit sie hilfreich und nachhaltig sind?

Um das zu beantworten, haben wir uns intensiv mit der Funktionalität beschäftigt.

 

Wenige Materialien sind wirklich schlecht

Für Designer:innen klingt "Öko-Material" enorm verführerisch. Wie eine simple, schöne, klimafreundliche Lösung. Tatsächlich aber gibt es nur wenige Materialien, die man völlig vermeiden sollte. Plastik per se ist nicht schlecht. Holz ist per se nicht gut. Es kommt im Grunde rein auf die Anwendung an, schließlich hat alles, was wir innerhalb der Wirtschaft produzieren, oder als Konsumenten kaufen, eine Funktion. Und die sollte rund gedacht sein.

Erst die Art wie wir das Material nutzen, bestimmt die Auswirkung auf die Umwelt.

Das Stichwort ist, ihr ahnt es schon: Cradle to Cradle – Kreislaufwirtschaft.

Indem wir intelligente, durchdachte Lösungen liefern und Dinge wiederverwerten, können wir wirklich beginnen, richtig innovative Design-Lösungen zu finden. Dabei müssen wir den gesamten Kreislauf berücksichtigen, den Lebensweg von der Gewinnung der Rohstoffe bis hin zum Ende des Zyklus. 

Ein Beispiel: Kompostierbares Plastik hilft niemandem, am wenigsten der Umwelt, wenn es nicht im eigenen Hauskompost entsorgt werden kann. Viele neue Plastikverpackungen, die als kompostierbar ausgezeichnet sind, benötigen eine industrielle Kompostieranlage mit extrem großer Hitze und Feuchtigkeit. Wenn eine solche nicht gerade verfügbar ist, bedeutet das in der Regel: die Verpackung landet im normalen Müll. Wir müssen die Nutzungsrealität also im Auge behalten. Und weil wir das System nicht adhoc ändern können, müssen wir systemisch denken.

Wie kann gutes Design für mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen sorgen?

Alles stammt an einem bestimmten Punkt aus der Natur. Darum sollten wir uns gut überlegen, was wir ihr entnehmen wollen.

Welche Farbe, Form oder Konsistenz das Design haben soll, ist erst einmal nicht wichtig. Wichtig sind diese Fragen:

Kickoff-Checkliste

5 Dinge, die sich Designer:innen vor dem Designen fragen sollten: 

1. Muss es wirklich gemacht werden?

Gehen wir zurück zum Ursprung: Braucht die Welt, was wir im Sinn haben?

2. Könnte es auch ein Service sein?

Was wäre, wenn aus einem Produkt eine Leistung wird, die einfach nutzbar ist – ohne Ressourcen zu verbrauchen?

3. Kann es so designt werden, dass es Zero Waste ist?

Falls wir die Frage der Produktion mit "Ja" beantwortet haben: Wie können wir jedweden oder zumindest den meisten Müll vermeiden?

4. Was sind die Hauptfunktionen und könnten sie auch anders verfügbar gemacht werden?

Die Funktion ist, worum es eigentlich geht. Was weißt du darüber und gibt es Alternativen, wie die Nutzer:innen von ihr profitieren können?

5. Kann die physische Form helfen, eine Verhaltensänderung beim Konsumenten zu unterstützen?

Design hat nicht nur eine ästhetische Funktion, sondern auch die Fähigkeit, neue Wege zu ermöglichen. Was könnte das in deinem Fall sein?

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Kickoff-Checkliste für Green Designer

Wir haben dir diese Fragen in einem handlichen Format aufbereitet. Einfach ausdrucken und loslegen! Ob als Kickoff für dein nächstes Design-Projekt oder das nächste Kreativ-Meeting mit deinem Team, es hilft dir, dich strategisch und ganzheitlich mit dem Design zu beschäftigen.

PDF-DOWNLOAD - Hier klicken

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Green Design denkt in Lebenswegen

Auch, wenn es ungewöhnlich klingt: Für uns stellen Designer:innen zu Beginn kein ästhetische, sondern eine philosophische Frage: Was wäre, wenn es das Produkt nicht geben würde? Muss es wirklich zum Leben erweckt werden?

Uns hat diese Besinnung sehr geholfen, weil wir uns auf unseren Kern konzentrieren konnten, unsere Daseinsberechtigung, die wir sehr genau beschreiben mussten. Erst dann ging die Designplanung los.

Darum glauben wir, dass jedes Designprojekt mit diesen fünf wichtigen Fragen beginnen sollte. Stück für Stück können wir uns so der Form nähern, dem Aussehen, der Haptik und dem Packaging. 

Alles, was du für den Start brauchst

Designprozesse können lang und intensiv sein. Aber um den umweltbewussten Weg zu gehen, muss nicht jedes Buch auf innovativem Steinpapier gedruckt werden – auch wenn es schön und absolut holzfrei wäre.

Großangelegte Veränderung beginnt vor allem, wenn wir mehr über die Funktion nachdenken. Designer:innen, die einen Unterschied machen wollen, denken vor dem Anfang jedes Produkts schon an sein Ende. Sie designen in Kreisläufen und stellen sich die radikal gute Frage zuerst: Muss es das Produkt wirklich geben – oder geht das auch anders?

Damit können wir viele Kosten sparen, weil sich vielleicht neue Wege auftun, und Prozesse können radikal vereinfacht werden.

Wie du siehst: Klimafreundlich und ökologisch zu designen, muss nicht komplex und kostspielig sein. Das Wichtigste ist ganzheitliches Denken. 

Wir hoffen, dir mit diesem Guide den Anfang deines Projekts erleichtern zu können. Wir sind gespannt, wie es für dich funktioniert! – Verlinke uns gerne auf Instagram, damit wir deine Design-Projekte sehen können.

Hol dir hier deine Starter-Checkliste.